Erstattung von Kosten aus Ernährungsberatung (§ 20)

Die gesetzlichen Krankenkassen tun sich eher schwer mit der Übernahme von Ernährungsberatungskosten, seien es Kosten aus allgemeinpräventiver Ernäh-
rungs
beratung (nach § 20 SGB V) oder Kosten aus einer (nach § 43 SGB V er-
folgenden) individuellen Ernährungstherapie, d.h. Kosten aus sog. Reha- bzw.
Schulungsmaßnahmen.

Grundsätzlich sollten Sie davon ausgehen, dass die Kosten einer Ernährungs-
beratung (vgl. dazu Grundlagen) nur geringfügig erstattet werden. Selbst
anerkannte Präventionsmaßnahmen wie der 3-monatige
Kurs zur Vermeidung
und Reduktion von Übergwicht werden - je nach Kasse - auch nur bezuschusst.

Bitte informieren Sie sich vorab bei Ihrer jeweiligen Krankenkasse über die Höhe
des Zuschusses. Die AOK beispielsweise verweist ihre Versicherten grundsätzlich
an die von der AOK veranstalteten Kurse und übernimmt die Kosten nur, wenn Sie
vorab Ihre Teilnahme an diesem Kurs anmelden und beantragen.
 

Wenn Sie individuelle Einzelberatung - aus welchen Gründen auch immer -
bevorzugen, können Sie diese bei Ihrer Kasse gleichfalls beantragen und eine
Bezuschussung erfragen. Die Barmer Ersatzkasse beispielsweise erstattet
'insgesamt ca. 80,- € für die Erstberatung und die 2 bewilligten Folgeberatungen. '
Bitte beachten Sie jedoch: AOK-Versicherte können in der Regel nur AOK-eigene Ernährungsberatung in Anspruch nehmen!

Natürlich können Sie die Kosten einer solchen Einzelberatung immer selbst
übernehmen. Sie erhalten dann eine individuelle, das heißt auf Ihre Person und
Ihre Situation ausgerichtete Beratung und sparen sich darüber hinaus möglicher-
weise so manch nutzlosen Abend. Bitte sprechen Sie mich an.

Viele Krankenkassen geben auch einen Bonus für qualitativ hochwertige
(zertifizierte) Ernährungsberatung, die Kostenerstattung ist dabei vom Patienten
selber zu beantragen.


Erstattung von Kosten aus Ernährungstherapie (§ 43 SGB V)

Anders kann es sich im Krankheitsfalle verhalten, wenn es sich um eine
ernährungstherapeutische Maßnahme handelt. Es betrifft alle ernährungs-
abhängigen bzw. -bedingten Erkrankungen, zumeist chronische Erkrankungen,
wie ich sie im Kapitel "Krankheiten" beschrieben habe: Diabetes, Herz-Kreislauf-
erkrankungen, Bluthochdruck, Nierenerkrankungen, Gicht-Rheuma-Arthritis, Lebererkrankungen und Fettstoff-wechselstörungen, Allergien, Essstörungen etc.

Damit Sie ernährungstherapeutische Kosten von den Kassen erstattet bekommen,
benötigen eine Ärztliche Zuweisung sowie den von mir erstellten Kostenvoranschlag.

In der Regel entstehen bei Inanspruchnahme eines Erstberatungstermins
sowie vier möglichen Folgeterminen Rechnungsbeträge in Höhe von 1x € 80,-
sowie 4x € 60,- , d.h. € 320,-. Wenn Ihnen, wie z.B. die Barmer € 160,-
erstatten, müssen Sie also ca. die Hälfte des Betrages selber tragen. Die Kassen übernehmen die Kosten also entweder anteilig oder bis  zu einem individuellen Höchstbetrag. 
Bitte klären Sie dieses in unmittelbarem Kontakt mit Ihrer Kranken-
kasse.
Gerne bin ich dabei behilflich.

Es kann Ihnen allerdings passieren, daß Ihre Krankenkasse keinerlei Kosten-
übernahme gewährt. Dieses ist leider der Tatsache geschuldet, daß es sich
bei dem § 43 SGB V um eine sog. Kann-Klausel handelt, d.h. die Krankenkassen
sind nicht verpflichtet, Kosten aus Ernährungstherapie zu übernehmen bzw.
anteilig zu erstatten. 
Vielfache Versuche zur zumindest anteiligen Kosten-
übernahme einer ernährungstherapeutischen Maßnahme scheiterten bislang
an dem Verbandes der gesetzlichen Krankenkassen (VdEK) und allen voran
dem medizinischen Dienst der Krankenkassen in Mecklenburg-Vorpommern,
welcher bei seiner Begutachtung nicht auf die Erfolge, sondern auf formale
Aspekte und fehlende gesetzliche Vorgaben
abstellt.

Nach der allgemeinen Lebenserfahrung wird es nur noch ettliche Jahre dauern,
bis die gesetzlichen Krankenkassen feststellen, wieviel Geld sie hätten einsparen
können.
Reden Sie mit Ihrer Kasse, Sie sind der Kunde!